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Freitag, 16. Dezember 2016
Autor/Innen: Hubert Thielicke

Zentralasien - 25 Jahre Unabhängigkeit

Fachgespräch mit Prof. Dr. Sultanov aus Almaty, Kasachstan, in Potsdam

 

Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1990 - 1991 betraten 15 neue Staaten die Weltbühne, darunter auch die fünf zentralasiatischen. Welche Entwicklungen gibt es in den Ländern, wie steht es um ihre Außenpolitik? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der November-Ausgabe des außenpolitischen Journals WeltTrends wie auch des Offenen Fachgesprächs, zu dem am 2. Dezember die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und WeltTrends an die Universität Potsdam eingeladen hatten.

In seinen einführenden Bemerkungen verwies Prof. Bulat Sultanov (Deutsch-Kasachische Universität, Almaty) auf die schwierige Situation der Region im Dreieck zwischen China, Russland und der islamischen Welt. Russland, China und die USA, aber auch Iran und die Türkei ringen um Einfluss in dem geopolitisch wichtigen Gebiet. Zudem ist die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Staaten nur schwach entwickelt. Während Turkmenistan eine Politik der Selbstisolation betreibt und Usbekistan bisher vor allem auf die bilateralen Beziehungen setzt, sind Kasachstan und Kirgisistan Mitglieder des postsowjetischen Integrationsprojekts Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU); Tadschikistan strebt den Beitritt an.

In der Diskussion spielten die EAWU wie auch die chinesische Initiative Wirtschaftsgürtel Seidenstraße eine wichtige Rolle. Derzeit wird die Zusammenarbeit zwischen beiden Projekten entwickelt. Das könnte auch die Idee eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok fördern. Anknüpfend an chinesisches Denken sprach Prof. Sultanov in dem Zusammenhang von einem Konzept der "vier Punkte und einer Linie": Berlin - Moskau - Astana - Peking. Als eurasisches Land zwischen Russland und China möchte Kasachstan, das zu beiden Staaten gute Beziehungen unterhält, hierbei eine aktive Rolle spielen. Davon zeugten nicht zuletzt auch sein OSZE-Vorsitz 2010 und der damalige OSZE-Gipfel in Astana.

Vieles ist derzeit in der Region in Bewegung. Nach dem Tode von Präsident Karimov ist mit Veränderungen in der Außenpolitik Usbekistans zu rechnen. Während bisher von den Taliban keine wesentlichen Gefahren für die Region ausgingen, könnte sich das mit dem Erstarken des IS in Afghanistan ändern. Das gilt insbesondere für das Fergana-Tal, das zwischen drei Staaten aufgeteilt ist und wo es große soziale Probleme gibt. Der designierte US-Präsident Trump, der China als größte Bedrohung ansieht, könnte neue Wege gehen. Im Hinblick darauf aktivieren beispielsweise Japan und Südkorea bereits ihre Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und Zentralasien. Für Russland und China ist ihre Politik in der Region eng verbunden mit dem Ziel einer multipolaren Weltordnung.

 


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